Seilerei en miniature – Kordeln selber herstellen!

Kordeln am laufenden Meter

 

 

Ständig brauche ich Kordeln! Entweder als Ersatz für die dicken Schnürsenkel der Turnschuhe oder als Henkel für Turnbeutel, die heute so schön Hipsterbag heißen. Aber dicke Kordeln kosten gar nicht so wenig. Für einen Hipsterbag brauche ich doch glatt insgesamt 4 (VIER!) Meter! Das macht aus dem Stoffreste-Verwertungs-Glück ein teures Vergnügen.

 

Also zwirbele ich mir meine Kordeln aus Wollresten zusammen. Da das aber ganz schön auf die Finger gehen kann, habe ich mir ein Hilfsmittel aus dem Küchenbereich entliehen.

 

Nun aber erst einmal von Anfang an! Für eine zwei Meter Kordel brauche ich ungefähr sechs bis sieben Meter Wollfaden. Das gilt für Baumwolle, bei anderem Material muss Du herum probieren. Diesen Wollfaden nehme ich je nach gewünschter Dicke einfach für Schnürsenkel, doppelt oder für einen Beutel sogar vierfach.

 

In diesem Beispiel nehme ich einfache Baumwolle, auch unter Schulgarn bekannt. Gibt es oft als Angebot in Discountern zu vier Knäul. Weil ich eine mittlere Stärke von vier Millimetern anstrebe, nehme ich den Faden doppelt, schneide ihn aber nicht in der Mitte durch, sondern nehme also eine Länge von zwölf Metern.

 

Wenn Du das Glück hast, zu zweit an der Kordel zu zwirbeln, geht es auch ganz gut ohne Küchenutensil. Gemeinsam zwirbelt man, indem die Personen so weit auseinander stehen, dass der Doppelfaden nur leicht durchhängt. Man stellt sich seitlich zu den Fäden auf, aber quasi sich gegenüber. Dann dreht man den doppelten Faden mit den Fingern immer entgegengesetzt zu der anderen Person. Ich nenne das mal zwirbeln. Der sich in immer mehr Spiralen drehende Faden bekommt nach und nach Spannung und wird dadurch kürzer. Dann rutschen die Personen auch weiter zusammen, sonst flutscht einem noch der Faden aus den Fingern, was einen weit zurückwirft. Also nicht loslassen!

 

Beide Personen müssen mit den Fingern mindestens 150 Umdrehungen machen, bevor genug gezwirbelt wurde. Ist genug Spannung da, befestigt eine Person sein Ende an einer Türklinke und geht so ziemlich genau zur Mitte. Dort hält die Person den gedrehten Faden fest während die andere Person mit seinem Ende zur Türklinke geht und das dort befestigte Ende zu seinem dazu nimmt und die Enden so weit wie möglich hoch über den Kopf hält. Auf einem Stuhl oder einer Leiter stehen wäre noch besser. Jetzt kann der Faden in der Mitte losgelassen werden. Er wird sich in sich verdrehen. Das geschieht selten schön gleichmäßig, deshalb kann die Person, die losgelassen hat, während des Drehvorganges noch nachjustieren, zupfen und ziehen. Nun hat man ein rundes, geschlossenes Ende und ein offenes Ende, das vor dem Loslassen verknotet werden muss.

 

Kordelenden

 

Bin ich aber alleine, muss ich auch doppelt so viel zwirbeln, also mindestens dreihundert Mal. Also verfahre ich wie oben, aber hänge ein Ende über eine Türklinke.

 

Hilfsmittel Türklinke

 

Damit mir die Finger nicht wund werden, nehme ich aus der Küche meine Käsereibe zum Kurbeln, führe die Fadenenden durch die Mühle und befestige sie an der Kurbel. Dann nehme ich so weit Abstand von der Türklinke, dass der Doppelfaden nicht durchhängt. 

 

Da mir die zweite Person fehlt, die später an der Mitte festhalten kann, muss ich dort jetzt schon ein Gewicht dranhängen. Ich klemme dort ein Tischdecken-Gewicht dran. Tja, dann also kurbeln, was das Zeug hält.

 

Käsereibe

 

Wenn die gewünschte Spannung da ist, nähere ich mich langsam der Türklinke, damit der Faden sich aufdrehen kann. Leider tut er das ohne die Mithilfe einer zweiten Person nicht die Bohne regelmäßig, sondern an mehreren Stellen, aber das kannst Du hinterher noch zurecht zupfen, bis die Kordel gut aussieht.

 

Hast Du eine weitere Idee, wie man sich selber eine schicke Kordel zaubern kann? Dann berichte mir doch bitte, ich bin ein Kordel-Fan!

 

Liebe Grüße

Ava

 

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